Tag 10

19. Juni 2017 Weiden

Das schöne Sommerwetter reist zuverlässig mit uns mit. Ich finde es wunderbar, Heide stöhnt, weil es zum Laufen viel zu heiß ist. Da heißt es jetzt immer, früh aufstehen, um die kühlen Morgenstunden zu nutzen. Das Schlosshotel in Hirschau war eine angenehme Bleibe. Das Essen allerdings war nicht nach unserem Geschmack. Wir bestellten zum Abschluss einen Schmarren mit Preiselbeeren und erhielten eine zähe, in Quadrate geschnittene lila Pampe, an der gelegentlich eine zermatschte Preiselbeere zu erkennen war. Wir ließen die Portion fast unberührt wieder zurückgehen. Aber wie das Leben so spielt. Hätte diese Mehlspeise unseren Appetit auf Süßes gestillt, wären wir nicht mehr zur Eisdiele gegangen, und wären wir nicht zur Eisdiele gegangen, hätte ich nicht – angelockt von üppigen Blumenkästen vor den Fenstern – einen Blick in das Innere von Högers Restaurant getan, hätte nicht den „Sommergarten“ im Hof entdeckt und hätten wir schlussendlich nicht Stefan Höger kennengelernt.

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Manchen Hamburgern ist der Name Stefan Höger wahrscheinlich bekannt, er hat dort viele Jahre die Galerie im Atrium geleitet. Jetzt ist er in seine Heimat zurückgekehrt und führt in Hirschau, einem ziemlich verschlafenen Nest, nicht nur ein ambitioniertes Restaurant, sondern auch ein Hotel, dessen beeindruckende Zimmer von ihm selbst designed sind. Er ist mein Geheimtipp für die Oberpfalz. Wir kamen schnell in ein interessantes Gespräch über Kunst, und er lud uns für heute Morgen zum Frühstück ein. So begann unser Tag heute mit einem liebevoll gedeckten Tisch in Stefan Högers Blumengarten im Hof. Zusammen mit unseren intensiven Gesprächen war das ein sehr inspirierender Tagesbeginn.

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Der Abschied von Hirschau fiel nicht schwer. Die Stadt wirkte auch am Montagmorgen nicht lebendiger als Sonntagabend, als die Hauptstraße so gut wie menschenleer war. Aber Hirschau wäre sicherlich ein guter Ort für ein Standquartier, um die herrliche Umgebung kennenzulernen.

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Wir machten auf unserem Weg nach Weiden Station in Schnaittenbach, wo Stefan Höger uns die Besichtigung eines durch das Fernsehen bekannt gewordenen Kräutergartens empfohlen hatte. Das war nun wirklich eine versteckte Idylle der besonderen Art. Für LiebhaberInnen von Pflanzen und Kräutern eine Fundgrube und überall, hinter Hecken, zwischen mit Bux gefassten Beeten und unter herabhängenden Zweigen, kleine Nischen mit Sitzmöbeln zum Verweilen. Dazu unter der heißen Mittagssonne über den verwinkelten, sich zu einem Bächlein hinunterwindenden Garten Schwaden von Kräuterdüften, bekannte wie Thymian, Salbei und Minze und unbekannte, deren Namen man sofort wissen möchte.

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Für das wenig anregende Hirschau, in dem abends auch niemand etwas vorgelesen haben wollte, entschädigt uns heute Weiden, eine kreisfreie, kleine Stadt mit vielen Geschäften, Restaurants und quirligen Leben in der hübschen Altstadt. Wir haben ein gutes Hotel am unteren Stadttor, was gar nicht selbstverständlich ist, denn die Buchungen über das Internet immer ein paar Tage im Voraus lassen Raum für jede Sorte von Überraschungen, unangenehme wie angenehme.

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Ein Gedanke zu “Tag 10

  1. Ich finde Eure Aktion eine klasse Idee!
    Da ist Heide natürlich als Cotourenleiter bei der S.-Tour entschuldigt und ich habe auch schon einen Ersatz.
    Ich halte Euch den Daumen, dass das Wetter mitspielt und alles im grünen Bereich läuft!
    Ride on!!!!!

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