Tag 17 + 18

27. Juni 2017 Bad Kösen

Zwei Tage in Jena in einer bequemen Ferienwohnung haben uns gut getan. Die schmutzige Wäsche ist wieder gewaschen, die „Küchenbox“ sortiert. Hier (endlich mal ein reibungslos funktionierendes Internet) erreichte uns auch der schöne Artikel im Nordbayerischen Kurier vom 24./25. Juni, den Andreas Gewinner geschrieben hat. Auch mit dem Foto, das er im Licht der untergehenden Sonne knipste, sind wir sehr einverstanden.

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Einen ganzen Tag haben wir Jena gewidmet. Nachdem ich letztes Jahr Weimar besucht hatte – und begeistert war – hab ich mich sehr auf Jena gefreut, aber ich fand es schwer, Zugang zu dieser Stadt zu finden. Vielleicht lag es am grauen Himmel oder am Wochentag: Montag! Schillers Gartenhaus war geschlossen, die Schillergedenkstätte auch, das ganze Jahr wegen Renovierungsarbeiten. Ein wenig entschädigte uns Schillers Garten mit dem berühmten Steintisch.

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Eigentlich wollen wir heute auf dem Weg nach Bad Kösen die Rudelsburg und Saaleck besuchen. Aber alles kommt ganz anders. Schon im Aufbruch bemerkt Heide, dass ihre Geldbörse fehlt – natürlich mit allen Karten, Ausweisen u.s.w. Die telefonische Sperrung der Karten bei der Sparda-Bank in München erweist sich als harte Geduldsprobe ohne Erfolg. ( An die Sparda-Bank: Lasst Euer telefonisches Sperrprogramm mal neu programmieren, es steckt für Kunden in Not voller Hindernisse und funktionieren tut es auch nicht). Erst ein Direktanruf führt zur Sperrung. Nach hektischer Rekonstruktion des gestrigen Tages kommen wir zu dem Schluss, dass die Börse nur beim Drachenbäcker in Jena verloren gegangen sein kann. Der aber ist neu und seine Telefonnummer lässt sich nicht finden. Auch die nette Frau Schulz vom Tourismus-Büro kann keine Telefonnummer vom Drachenbäcker auftreiben, weiss aber, dass es ihn gibt und bietet an, selbst hinzulaufen. 10 Minuten später kommt der Anruf: Heides Geldbörse ist beim Bäcker gefunden worden und wird dort sicher verwahrt. Statt zwei berühmte Burgen zu besichtigen, fahren wir von unserem außerhalb gelegenen Hotel ein zweites Mal nach Jena rein, bringen Frau Schulz und dem Drachenbäcker je eine Rose und freuen uns,  dass Dienstag ist: Heute ist Schillers Gartenhaus offen.

„Abends bey Schiller“, so schieb Goethe vom  19. Mai 1797 ab für vier Wochen täglich in sein Tagebuch, da war er nämlich in Jena zu Besuch. Den Steintisch hatten wir ja schon gesehen, aber nun konnten wir auch Schillers blaue Studierstube unterm Dach besichtigen. Alles verglichen mit Goethes Gartenhaus sehr geräumig und mit hohen Decken. Die Familie Schiller verbrachte hier den Sommer, im Winter bezogen sie eine Wohnung in der Stadt. Viele schriftliche Zeugnisse, Zeichnungen von Charlotte Schiller und eine Vitrine mit den Erstausgaben von Schillers Werken.

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Am meisten hat mich beeindruckt, dass der lufthungrige Schiller das freie Leben in der Natur  und die wunderschöne Aussicht nach der Saale hin und ins Leutra-Tal enthusiastisch feiert – beides kann man heute nur noch ahnen. Das Haus liegt,  eingeschlossen von Häusern, die zu Zeiten der DDR entstanden sind, mitten in der Stadt. Von Aussicht keine Spur.

Unsere neue Adresse für heute ist Bad Kösen und da das Hotel Mutiger Ritter. Der außergewöhnliche Name des Hotels verspricht auch eine außergewöhnliche Geschichte.  Erste Info: In diesem Saal treffen sich jedes Jahr einmal die 124 schlagenden Verbindungen Deutschlands (ich hätte gedacht, die gibt es gar nicht mehr).

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