TAG 23

2. Juli 2017 Egeln

Schade, der Stadtpark in Aschersleben ist blockiert durch eine „LebensArt-Messe“ und damit der „Aschersleber Globus“ im Zentrum des Parks. Den hätte ich gerne gesehen, eine übermannshohe Bronzeplastik des Berliner Künstlers Oliver Störmer, die eine materialisierte Darstellung der sogenannten „Potsdamer Kartoffel“ ist. Mit dieser werden die Ungleichgewichte im Schwerefeld der Erde stark überhöht veranschaulicht. Somit handelt es sich bei dem scheinbar unförmigen Bronzeobjekt im Mittelpunkt der Parkanlage um ein nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten erschaffenes Abbild der Erde.

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Kurs auf Egeln.

Der Himmel am Morgen verspricht uns mit großen weißen Wolkenschiffen und Sonnenschein mehr, als er halten kann. Gegen Mittag beginnt es wieder zu nieseln. Heide wird bestimmt nass. Weil es keine Radwege gibt, ist sie auf kleinen, verkehrsberuhigten Straßen unterwegs. Das ist schwierig, aber wir sind in Telefonkontakt. Wenn sie doch auf einer stark befahrenen Straße landen sollte, kann sie dort abbrechen und mich rufen.

Ich mache bei Schadeleben einen Abstecher an den Concordia See, der der größte künstliche See im Harzvorland in Sachsen-Anhalt ist. Der Name des Sees ist von der früheren Braunkohlegrube Concordia abgeleitet. Er ist durch die 1996 eingeleitete Flutung des größten Restloches im ehemaligen Braunkohlerevier im Salzlandkreis entstanden und sollte der Mittelpunkt der Freizeitlandschaft Harzer Seeland sein. 2009 gab es einen Erdabrutsch. 1,4 Millionen Kubikmeter Erde stürzten in den See, rissen Häuser und Menschen mit. Seitdem ist der See gesperrt und nur noch zum Angucken. Ich walke eine knappe Stunde auf dem Rundweg am See, dabei begleiten mich alle 50 Meter Schilder, die mich davor warnen, dem See zu nahe zu kommen.

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Ich trinke in einem Café, das sich Arche Noah nennt und mit seinen Bullaugen als ein seltsames Gebilde in der leeren Landschaft liegt, eine heiße Schokolade.

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Danach sind die verbleibenden 13 km nach Egeln schnell geschafft. Das heute nur knapp 4000 Einwohner zählende Städtchen gehörte mal zur Hanse, weil bis Mitte des 19. Jahrhunderts jeglicher Fernverkehr auf den Post- und Heerstraßen direkt durch Egeln führte. Für mich als Schleswig-Holsteinerin ist interessant, dass man annimmt, dass das fruchtbare Land schon in der Altsteinzeit von dem germanischen Stamm der Angeln besiedelt wurde und auch der Stadtname von ihnen abgeleitet ist.

 

 

 

 

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