TAG 24

3. Juli 2017 Oschersleben

Sachsen-Anhalt, und hier jetzt besonders die Magdeburger Börde, hinterlässt schon einen besonderen, von den anderen Ländern abweichenden Eindruck. Der fruchtbare Boden ist seit tausenden von Jahren besiedelt, und viele Ortschaften mit gerade mal 3000 Einwohnern nennen sich aufgrund ihrer langen Geschichte, in der sie irgendwann einmal Stadtrechte besaßen, Stadt. Auch Egeln mit 3900 Einwohnern ist so ein Fall. Aber diese kleine Stadt hatte unsere ganze Sympathie. Egeln hat alles, was zur Infrastruktur einer Stadt zählt. So gibt es in Egeln noch alle Schulformen, ein Ärztehaus, Apotheke, Kinderbetreuung, zwei Banken, ein Bürgerbüro des Landkreises, einen Bürgerservice der Verbandsgemeinde Egelner Mulde, ein modernes Sportzentrum mit Freibad, Fußballstadion, Beachvolleyballplatz und eine Zweifeldersporthalle sowie zwei Supermärkte. Das Rathaus zeugt von vergangener Bedeutung.

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Aber auch in Egeln fallen uns die vielen heruntergekommenen Häuser auf. Viele sind in einem nicht mehr bewohnbaren Zustand. Beim nächsten Foto muss man genau hinschauen, im oberen Stockwerk wohnen die Tauben, unten die Menschen. Ein Taubenhaus hatte ich mir bisher anders vorgestellt.

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Das Schönste an Egeln ist die Wasserburg, die gut restauriert ein vielfältig genutzter Ort ist. Der Veranstaltungskalender ist voll: Theateraufführungen, Konzerte, Bauernmärkte zu allen Jahreszeiten, Events wie „Tafeln wie die Grafen“ und vieles mehr. Im Innenhof  wachsen viele exotische Pflanzen wie Palmen und Oleander, alles wirkt sehr gepflegt und anheimelnd. Aber leider war wieder einmal Montag, das Museum und das Restaurant waren geschlossen.

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Aber nicht nur die vielen Mini-Städte fallen uns in Sachsen-Anhalt auf, sondern auch die Menschenleere in den Orten. In der Oberpfalz sah man auch wenig Menschen, aber da wohnten auch wenige, so dass ich lange über einsame Straßen gefahren bin, ohne dass auch nur ein Gehöft aufgetaucht wäre. Hier in der Börde jedoch bewegen wir uns in Orten mit vielen Häusern – aber wo sind die Menschen? Dafür gibt es Autos in Mengen und auf den zum Teil schmalen Straßen herrscht starker Verkehr. Man könnte zu dem etwas bösartigen Schluss kommen, dass hier Autos wichtiger sind als Häuser, und weil die Leute es in ihren baufälligen Häusern nicht aushalten, rasen sie mit ihren tollen neuen Autos auf den neugebauten Straßen hin und her.

Heute übernachten wir in Oschersleben an der Bode, einer „richtigen“ Stadt in der Börde mit fast 20 000 Einwohnern. Bekannt ist Oschersleben für die 1997 erbaute Motorsport Arena. Die Rennstrecke, auf der bereits viele nationale und internationale Rennen ausgetragen wurden, ist eine von fünf permanenten Rennstrecken in Deutschland. Michael Schumacher hat in unserem Hotel gewohnt. Ein Foto im Flur zeigt ihn umringt von anderen in bester Siegerlaune, nicht ahnend, was ihm noch bevorsteht.

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