TAG 28

7. Juli 2017 Gardelegen

Heute geht es um den Drömling. Noch nie gehört? Macht nichts. Er will entdeckt werden, denn er gehört eher zu den bescheidenen Schönheiten, die nicht viel Aufsehen von sich machen. Der Drömling ist ein 340 Quadratkilometer großer und wenig besiedelter Naturpark an der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Einst ein Moor wird er heute auch Land der tausend Gräben genannt  und im Sommer (füge ich hinzu) kann man ihn auch Land der Milliarden Mücken nennen. Letzteres bewog Heide heute Morgen, ihren Lauf durch den Drömling abzubrechen. Wir sind auf den Drömling gekommen, weil unsere letzte Station, das verschlafene Calvörde, direkt am Drömling liegt. Eine entzückende Birkenalle führt direkt in das Herz des Drömlings.

IMG_2704

Der Drömling ist eine einzigartige und faszinierende Niederungslandschaft, in der alle möglichen Tiere leben, die anderswo schon ausgestorben sind – wie zum Beispiel der Biber. Interessant ist auch, dass der Drömling klimatisch eine verhältnismäßig trockene Region ist. Er bekommt im Durchschnitt im Jahr nur 600 mm Regen ab (der Durchschnittswert liegt sonst bei 750-800 mm), die Nässe kommt nicht von oben (die Region liegt im Regenschatten des Harz), sondern von unten. Das Grundwasser befindet sich hier auch in den oberen Bodenschichten, es strömt aus den umgebenden Hochlagen ein und ist damit ein wichtiges Entlastungsgebiet für den Mittellandkanal, der mitten durch den Drömling fließt. Es gibt Feuchtwiesen und Flachwasserzonen, Gräben über Gräben mit schmalen Brücken und immer wieder das Flüsschen Ohre, von dem schon die Rede war. Man kann stundenlang wandern und sich nicht sattsehen an den graziösen Pappelreihen auf den Dämmen entlang der Entwässerungsgräben, an dem schönen Wechsel von Bruchwald und Wiesen, an der in Licht und Schatten getauchten Weite, als hätte all das ein Landschaftsdesigner in Szene gesetzt. Als wir in Kämkerhorst  auf eine kleine Informationsstelle stoßen,  bedaure ich, dass ich besonders von der Tierwelt zu wenig weiß, um alles zu bemerken, was es hier zu sehen gibt.

IMG_2707


Noch etwas Interessantes: Im  Drömling, der übrigens auch das das größte Feuchtgebiet Deutschlands ist, verläuft die Elbe-Weser-Wasserscheide. Die durch die Niederung fließende und in die Elbe mündende Ohre entwässert nach Osten, die Aller berührt den Drömling nur, aber sie entwässert in die Weser. Zum ersten Mal ist mir ganz anschaulich, was eine Wasserscheide ist.

Unser heutiges Ziel ist die Hansestadt Gardelegen. Wir wohnen außerhalb im idyllisch gelegenen Lindenthal. Aber leider funktioniert das Internet nicht. Ich bin froh, wenn es mir gelingt, diesen Beitrag über LTE hochzuladen.

Ein Gedanke zu “TAG 28

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s