TAG 32/33/34

11. Juli 2017 Hitzacker

Heute Morgen haben wir noch ein Abschieds-Foto von Lüchow gemacht – am Leineweberin-Brunnen vor unserem Hotel. Die beiden jungen Weberinnen interessieren sich kurzfristig statt für ihr Leinen für ein aufgeschlagenes Buch, das natürlich kein anderes sein kann als DIE BREITE DER ZEIT.

IMG_2774

Und dann das Wendland! Ähnlich dünnbesiedelt wie die Oberpfalz fahre ich auch hier auf kleinen, einsamen Straßen–  von Rundling zu Rundling. Zwar fehlt die Sonne, aber auch unter dem typisch grauen Himmel Norddeutschlands ist die Landschaft von atemberaubender Schönheit. Besonders die Birkenalleen haben es mir angetan. Auf den Verkehr muss ich nicht achten, es gibt keinen. Ein Vorzeige-Rundling ist Lübeln. Das Dorf hat es verstanden, sich den Besucherandrang in den wenigen Tagen der Landpartie das ganze Jahr über zu erhalten. Es ist ein besonders gut erhaltener  Großrundling mit 12 Höfen vom 17. – 19. Jhd. Es gibt ein Museum, eine Schmiede, eine Stellmacherei und ein Backhaus, alles noch in Betrieb, und eine Gaststätte für die Touristen, die in Busladungen angeliefert werden.

Heide ist heute von Lüchow nach Dannenberg gelaufen, auf dem Radweg Grünes Band, der weitab von den großen Straßen in Schlaufen durch die reine Natur führt, und sie war auch begeistert vom Wendland. Ich bewundere ihren Mut und ihr Vertrauen, sich immer wieder auf solch ein Abenteuer einzulassen. Mut, weil sie in vollkommen fremder Umgebung ohne Navi ihren Weg finden, und Vertrauen, weil sie auf diesen Läufen, ganz auf sich gestellt, nur ihrer eigenen Kraft vertrauen muss.

In der Nähe von Lübeln stieß ich auf eine Heidelbeerplantage (ungespritzt). Die Büsche hingen so voll, dass ich mir in einer halben Stunde fast 1kg Beeren pflückte – die, die ich gleich in den Mund gesteckt habe, nicht mitgezählt. Inzwischen wagte die Sonne gelegentlich einen kurzen Auftritt, und in der Wärme und den aufsteigenden Düften der Pflanzen fühlte ich mich zurückversetzt  in die Sommer nach dem Krieg, als wir von den Erträgen des Gartens lebten. Ganze Sommernachmittage verbrachte ich zwischen den Büschen (Johannisbeeren und Stachelbeeren); dieses besinnlich-glückliche Geschäft des Pflückens und die Befriedigung, wenn sich die Körbe füllten, ist mir unvergesslich.

IMG_2778

Dannenberg ist genauso hübsch wie Lüchow, vielleicht ein wenig beschaulicher, und die historische Altstadt mit den vielen schönen Fachwerkhäusern wirkt geschlossener. Reste einer Burg Dammenberg zieren auch hier das Stadtbild. Einen Besuch ist Dannenberg allemal wert.

IMG_2784

Unübersehbar ist, dass das Wendland seine Geschichte mit der Atomkraft hat. Am Marktplatz in Dannenberg steht dieses Wegkreuz.

IMG_2782

Ich mache jetzt für 3 Tage Blog-Pause und melde mich am 14.7. aus Lüneburg zurück. 4 Tage später, am 18. Juli, ist unser Sommer-Abenteuer im Fährhaus Rothenhusen zu Ende.

 

 

Ein Gedanke zu “TAG 32/33/34

  1. Hallo Ihr Beiden,

    nicht zu fassen: Ihr habt es schon fast geschafft! Einfach großartig! Ich bewundere Euch und freue mich, dass Ihr dem Alter so ein neues Antlitz gebt!

    Herzliche Grüße von Jutta

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s