Tag 29

7. Juli 2017 Klötze

Unsere Übernachtung in Klötze ist der Tatsache geschuldet, dass es hier gute Laufwege gibt und dass unsere „Schritte“ nicht größer als 30 km sein sollten, sonst gibt es wahrscheinlich (ich werde das noch überprüfen) über Klötze nicht viel zu sagen. Es liegt am nördlichen Rand des Drömlings, und die Fahrt hierher, auf kleinsten Straßen mitten durch den Drömling, bot wieder wunderschöne Aussichten in die Landschaft.

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In unserem Waldgasthof in Gardelegen gestern fand eine Hochzeitsfeier statt und verwandelte die sonst dort herrschende Waldesruhe bis spät in die Nacht in fröhliches Stimmengewirr mit musikalischer Untermalung. Was uns besonders (unangenehm) auffiel, dass immer mindestens die Hälfte dieser ländlichen  Hochzeitsgesellschaft draußen im Garten herumstand und rauchte, Frauen wie Männer.

Da passte es gut, dass niemand erschien, der etwas vorgelesen haben wollte. Aber die leitende Redakteurin der Altmark Zeitung besuchte uns, und wir hatten ein langes, intensives Gespräch mit ihr. Inzwischen sind wir auf die Standardfragen schon ganz gut vorbereitet und freuen uns, wenn Zeit ist, auch über die Hintergründe zu sprechen. Aber die Frage Nummer 1 ist auch die wichtigste: Warum machen Sie das? Für diejenigen, die diesen Blog nicht von Anfang an lesen, fasse ich die Antwort hier noch einmal kurz zusammen:

Wir machen „das“, weil wir unsere über 45jährige  Freundschaft mit etwas Besonderem feiern wollten und dabei unsere auseinander strebenden Interessen unter einen Hut bringen wollen – Heide will laufen, ich will schreiben; wir machen „das“, weil wir finden, dass wir gute Repräsentantinnen für ein verändertes Bild vom Alter sind (das dringend nötig ist); wir machen „das“, weil ich auf meinen Roman DIE BREITE DER ZEIT, der sich mit dem Thema Alter beschäftigt, aufmerksam machen möchte.

Vorläufiges Fazit: Es macht vor allem Spass, und wir können uns noch gar nicht vorstellen, dass in 10 Tagen alles vorbei sein soll. Wir sind inzwischen Meisterinnen im Ein-und Auspacken, im Kartenlesen, im Pfad finden (Heide) und im Wenden und Rangieren des Autos (ich).

Ein Spaziergang durch Klötze  bestätigt den ersten Eindruck: ein Städtchen, das wir schnell wieder vergessen werden – im Gegensatz zu Gardelegen mit seinen schönen Wallanlagen. Aber die Gardelegener waren im 16. Jhd. durch den Export von besonders gutem Hopfen und Harley-Bier reich geworden. Die Spuren dieses Reichtums sind dann auch 500 Jahre später noch zu finden. In Klötze fielen uns nur 2 Kuriositäten auf. Zum einen ein Haus mit der Aufschrift: Wilhelm Reich.

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Wir dachten natürlich gleich an die Organtherapie, aber der sachsen-anhalterische Namensvetter hatte mit dem  österreichischen Sexualforscher und Soziologen natürlich gar nichts zu tun. Man beachte den Punkt nach dem Namen. Die 2. Kuriosität entnehme ich der Altmark Zeitung, die die Tatsache kommentiert, dass es in ganz Klötze keine weiblichen Straßennamen gibt und dass das im Interesse der Gleichstellung doch geändert werden sollte.

 

 


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